Auszeit am See

Keine Palmen, dafür im Sand buddelnde Kinder, Vogelgezwitscher und kühles Nass: Der Badesee im Naturschutzgebiet im Mainbogen zwischen Rumpenheim und Bürgel ist ein echtes Pfund.  Hier finden der Erholungssuchende Ruhe, erhitzte Städter Abkühlung, Familien und Verliebte ihren Platz unter der Sonne finden. Rund 10 Hektar groß ist der Schultheisweiher und seine tolle Lage und das viele umgebende Grün wissen nicht nur Großstadtmenschen zu schätzen: Auch Pirol, Buntspecht sind hier zuhause und außerdem kommen immer jede Menge Zugvögel auf ihrer Reise vorbei. Darunter auch etliche Arten, die das Herz eines jeden Ornithologen höher schlagen lassen. Damit Mensch und Tier das Gebiet im Einklang miteinander nutzen können, wacht das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz über Wasserqualität, Tier- und Vogelpopulationen und Veränderungen in dem Naturschutzgebiet. Und das ist angesichts der spürbarer werdenden Klimaveränderungen eine große Herausforderung.Viel Hitze, wenig Regen

Ein See kann doch nicht umkippen? Ein See ist natürlich kein Fahrrad, aber wenn hier das Gleichgewicht nicht mehr stimmt, übernimmt nicht die Schwerkraft, sondern beispielsweise die Blaualge. Damit Wasserfreunde ungetrübten Badespaß genießen können, finden regelmäßig sogenannte Phosphorfällungen statt, die den ohnehin in Luft und Wasser vorhandenen Phosphor mit einer Eisensulfatlösung binden sollen. Denn bei zunehmender Wassertemperatur und gleichzeitig fallenden Pegeln begünstigt dieser das Wachstum der gesundheitsgefährdenden Cyanobakterien beziehungsweise Blaualgen. Und obwohl im Sommer dann das tropisch warme Wasser zum Baden einlädt, muss der See für Badegäste dann leider geschlossen bleiben.

Paradies für Einwanderer

Algen und Wassertemperatur sind dem amerikanischen Sumpfkrebs, auch Louisianakrebs genannt, relativ egal. Er ist vor einigen Jahren vermutlich mit dem Schiff an der Mittelmeerküste angekommen und statt im Restaurant zubereitet zu werden, haben sich ein paar Krustentiere Richtung Norden aufgemacht. Der Sumpfkrebs ist anpassungsfähig und hat sich den Schultheisweiher zum neuen Habitat auserkoren. Der Kochtopf bleibt ihnen in Offenbach erspart. Aber weil der Krebs als Allesfresser das Ökosystem des Sees stört, setzt das Umweltamt auf natürliche Fressfeinde wie Aale. Beinahe 1.000 Aale wurden im vergangenen Jahr im Weiher ausgesetzt, sie sollen die Population möglichst kleinhalten. Weil: Loswerden wird man den anpassungsfähigen Schädling wohl nicht mehr, der Klimawandel begünstigt seine Verbreitung, sogar in Skandinavien wurde er inzwischen schon entdeckt. Eine ähnlich invasive Art sind die Nilgänse, die sich nach und nach am Ufer des Mains und am Schulheisweiher nicht niedergelassen, sondern breit gemacht haben. Besonders während der Brutzeit kennen sie kein Pardon und attackieren die Gelege der heimischen  Stockenten. Mit zusätzlichen Schilfinseln am Ufer soll den Nil- und auch den neuerdings dort nistenden Kanadagänsen der Spaß verdorben werden. „Gänsemanagement“ heißen diese Eingriffe, mit denen die Population langfristig verringert werden soll.

Ungetrübter Buddelspaß

Damit der Sandstrand seinen Namen auch verdient, kümmern sich Mitarbeiter der städtischen GBM um die Sandreinigung, pflegen das im Strandbereich wachsende Grün, beseitigen Astbruch an Bäumen und stellen während der Badesaison vom 1. Mai bis 31. August jeden Tag die Geländeaufsicht.  Aber: Wer badet, macht dies grundsätzlich dort auf eigene Gefahr.

Lust auf mehr?

Schulklassen und interessierten Bürgern bietet das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz übrigens viele spannende Exkursionen ins Naherholungsgebiet, die sich mit Umwelt und Klimawandel beschäftigen. Nähere Informationen gibt es unter der Rufnummer 069 8065-2557 oder online auf www.offenbach.de/umwelt.