Zwischen Farben, Formen und Wesen: Studio Hildahlia

Bilder: © René Oberkirch
Bunt sind alle ihre Farben und machen die Welt ein wenig leichter.
Die Künstlerin Hilde Biedermann lebt und arbeitet in Offenbach am Main. Als Studio Hildahlia erweckt sie kontrastreiche Mixed-Media-Kunst, Kinderbuchideen und -illustrationen, kreative Experimente und verschiedene Kooperationen zu buntem Leben. Mit ihrem Sketchomat, einer Wunsch-Illustrations-Maschine, geht sie auf Tour und verzaubert Menschen mit ihren Zeichnungen.
Gerade wurde ihr Kinderbuchdebüt „Der Alleinstein” auf die Shortlist für den Wettbewerb "Die schönsten deutschen Bücher 2026" der Stiftung Buchkunst in der Kategorie "Kinder- und Jugendbücher" aufgenommen.
Wir haben mit Hilde über ihre Kunst und ihre Wahlheimat Offenbach gesprochen.
Was genau machst Du bzw. Studio Hildahlia?
Mein Studio ist mein Ort der Kreativität und des Verbindens verschiedener Disziplinen – daher auch Studio. Meine Arbeiten zeichnen sich durch kontrastreiche Farbspiele, einen mutigen Strich und eine besondere Nähe zur Natur aus. Ich arbeite mit der Technik Mixed-Media – also dass Kombinieren vieler verschiedener Materialien – und das naive Spiel mit ihnen. Außerdem schreibe ich Bilderbücher und Gedichte – oft geht Bild und Text bei mir ganz natürlich Hand in Hand. Mit dem Sketchomat, einer Live-Illustrations-Maschine, bin ich regelmäßig auf Festivals unterwegs und in Workshops begeistere ich gerne Kinder wie Erwachsene für intuitives, freies Gestalten. Ich mag mich gar nicht festlegen in allen Disziplinen – ich bewege mich gerne zwischen den Materialien, das macht mich und meine Kunst aus. Hinzu kommt meine Leidenschaft für das Bilderbuch, denn ich sammle nicht nur selbst Bilderbücher, sondern schreibe und illustriere sie aus Leidenschaft.
Magst Du eine persönliche Geschichte von Dir erzählen? Zum Beispiel, warum du Künstlerin geworden bist? Oder über etwas, was Dich ausmacht?
Ich glaube, mein kreativer Antrieb macht mich aus – ich experimentiere und probiere gerne Neues aus, Materialien fliegen gefühlt durch die Gegend, ich kann einfach nicht stillsitzen. Dann kommt noch ein kleiner Text dazu, ein Gedicht. Das klingt chaotisch, aber dahinter steckt tatsächlich auch viel Disziplin. Nur, weil man intuitiv arbeitet und experimentiert, heißt das nicht, dass dahinter keine Struktur steckt. Die Mischung macht es für mich so spannend! Und auch das Verlassen der Disziplinen – ich arbeite abstrakt und füge auf einmal illustrative Elemente hinzu, genau das macht es für mich spannend.
“ Ich mag mich gar nicht festlegen in allen Disziplinen – ich bewege mich gerne zwischen den Materialien, das macht mich und meine Kunst aus. Hinzu kommt meine Leidenschaft für das Bilderbuch, denn ich sammle nicht nur selbst Bilderbücher, sondern schreibe und illustriere sie aus Leidenschaft.”
Gerade ist dein Kinderbuchdebüt „Der Alleinstein“ auf der Shortlist für den Wettbewerb "Die schönsten deutschen Bücher 2026" der Stiftung Buchkunst in der Kategorie "Kinder- und Jugendbücher" gelandet. Was bedeutet dir das?
Das bedeutet mir unglaublich viel! Denn „Der Alleinstein“ ist – wie du schon richtig sagtest – mein Kinderbuchdebüt, das ich sowohl geschrieben als auch illustriert habe. Und dann habe ich auch noch die gesamte Gestaltung des Buches gemacht. Eine schönere Wertschätzung kann ich mir gar nicht wünschen und das ist auf jeden Fall ein toller Antreiber für meine weitere Arbeit.
Denn gerade wenn man kreativ arbeitet, hinterfragt man immer mal wieder das eigene Schaffen (Hallo, Imposter!) – das kennen sicherlich viele.
Wovon handelt dein Buch und was waren die Gründe, ein Kinderbuch zu dem Thema zu machen?
Magst Du noch was zu Deinem Buch erzählen, was Dir wichig ist?
In „Der Alleinstein“ geht es um schwere Gefühle und wie diese leichter werden, wenn man sie mit anderen teilt. Auch wenn es um schwere Gefühle geht, sollte es kein „düsteres“ Bilderbuch werden. Es gibt viel zu entdecken, lustige Charaktere begegnen der Raupe Waldi auf ihrem Abenteuer während sie ihren Alleinstein erkundet.
Und du wirst sehen: In dem Bilderbuch geht es wirklich immer um Steine.
Übrigens: Erst mit der Arbeit an dem Buch ist mir klargeworden, wie sehr mich Steine schon immer begleiten. Meine Familie liebt Steine und Steinformen, und das ist schon seit meiner Kindheit ein tolles Thema. Heute gehe ich klettern und laufe gerne im Odenwald über Stock und Stein. Am Ende noch ein kleiner Fun Fact zum Buch, den ich bisher noch nicht verraten habe: Überall im Buch kommen fliegende Ameisen vor. Ich hab sie an verschiedenen Stellen versteckt und sie sollen die guten Geister der Geschichte sein, die Waldi auf ihrer Gefühlsreise konstant begleiten – wie gute FreundInnen, auf die man immer zählen kann.
Du lebst und arbeitest in Offenbach. Bist Du hier geboren oder wie hat Dich Dein Leben hierhergeführt?
Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Magdeburg. Für meinen ersten Job im Marketing bin ich damals nach Frankfurt gekommen. Als mein Partner und ich dann nach einer gemeinsamen Wohnung geschaut haben, fingen wir an, auch in Offenbach zu gucken. Das Viertel rund um den Buchrainweg hat uns auf Anhieb super gut gefallen und die Nähe zum Stadtwald ist gerade mit Hund richig toll.
Was magst Du besonders gerne an Offenbach?
Das Miteinander! Es wird viel über Offenbach geurteilt, doch wenn man einmal hier gelebt hat, versteht man das tolle Feeling der Stadt: Kreativität, Offenheit, Erfindertum und Wandel – hier findet man wirklich alles. Ich lebe gerne in einer Stadt, die sich entwickelt, in der Menschen Visionen umsetzen. Man hat das Gefühl, dass sich Offenbach bewegt und auch in der Stadtentwicklung etwas passiert. Es rüttelt an jeder Ecke – und es ist schön, das mitzuerleben.
Was ist Dir in deiner Arbeit besonders wichig? Gibt es da einen Offenbach-Bezug?
In meiner Arbeit dreht es sich viel um das Thema Gefühle – und der Bezug zur Natur darf nicht fehlen. Aber auch alltägliche Situationen finde ich sehr spannend. So kann es sein, dass mir schon mal ganz besonderes Gemüse auf dem Wochenmarkt begegnet oder ein schöner Blumenstrauß inspiriert mich, ja wirklich! Außerdem liebe ich es, wenn sich Kreativität in Offenbach verbindet: So durfte ich ein komplettes „Alleinstein“-Schaufenster im Buchladen am Markt gestalten – viele Steine inklusive, ist klar – oder die Schaufenster von NINONE und ZWÖLFquadratmeter bemalen.
Übrigens: Meinen Sketchomat haben mein Partner und ich damals für das Straßenfest im Buchrainweg gebaut – ein tolles Fest, das jedes Jahr stattfindet (kleine Empfehlung). So entstand die Idee – dass der Sketchomat später dann auch gebucht wird, war witzigerweise erst gar nicht der Plan. Ich habe ja vorhin von einem tollen Miteinander in Offenbach gesprochen, genau darum geht es hier.
Was sind Deine Lieblingsorte in Offenbach, hast Du besondere Empfehlungen für uns?
Ich bin so gerne auf dem Wochenmarkt mit FreundInnen. Oder nach einer Tour auf dem Gravel im Hafen2 entspannen? Das lieb ich!
Und dann finde ich es toll zu beobachten, was gerade in der Station Mitte passiert; oder ich beobachte die Interkontinentalen Gärten beim Blühen und Sprießen.
Offenbach hat tolle Orte der Begegnung!
DANKE
Hilde Biedermann
Studio Hildahlia
Dein Studio für Kunst & Illustration
Instagram: @studio_hildahlia/
mail@helene-uhl.de
https://www.hildahlia.com/


